DREI MENSCHEN – DREI STILE

  Atelier Hamburg in Wels – GeraldPolzer

WELS HAT EINEN KULTURELLEN DREH- UND ANGELPUNKT - das Atelier Hamburg. Peter Kowatsch, Mario Stucklich und Johann Wimmer haben in der ehemaligen „Polizeipassage” ein Gesamtkonzept entworfen, das Cafe-Galerie, Concept-Store und Kunst im öffentlichen Raum beinhaltet. Die überdachte Passage ist gesäumt von Metallplastiken und großflächigen Bildern, das „Atelier Hamburg” ist eine kulturelle Innenstadtoase geworden.

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 Foto: WK-Photo / Johann Wimmer

 

Bis Mitte Februar präsentiert das „Atelier Hamburg” in Kooperation mit dem Diakoniewerk Arbeiten dreier Künstlerinnen mit besonderen Bedürfnissen, die individuelle Universen der Striche, Farben und Formen schaffen.

Jutta Steinbeiß beschäftigt sich vornämlich mit kantigen und massiven Menschen-Gestalten, Tierfiguren und prallfarbigen Pflanzen. Ihre Ideen holt sie sich aus Büchern und Zeitschriften, fertigt Skizzen an und übersetzt diese in unterschiedlichen Formaten auf halbtransparentes Chinapapier – dicke Oilsticks, Filzstifte und Marker bilden schwerspurige oder feinlineare Gebilde auf dieser hauchdünnen Unterlage.

Johanna Rohregger schöpft Inspiration aus ihrer unmittelbaren Umgebung, dem Bauernhof ihrer Mutter: Tiere und Landschaften werden zu großen Ölkreidebildern in strahlender Farbigkeit, auf fast monochromem, flächigem Hintergrund umreißt sie mit intensiven Konturen ihre Gestalten und lässt sie vital und kraftvoll auf den Besucher wirken. Außerdem schafft Rohregger grafische Figuren, die sie durch einritzen oder ausschneiden aus Hartschaumplatten gewinnt. So entstehen plastische Enten, Schweine und Hunde als künstlerisches Abbild ihres Lebensumfeldes.

Der Gruber-Code

Die dritte im Bunde ist Gertraud Gruber deren Arbeiten einem perfekt gewobenen Spinnennetz ähneln – die Künstlerin vermengt Zeichnung und Schrift zu einem Erzählfluss, dabei entwickelt sie feingliedrig@ Kombinationen, die sich wie eine Geheimsprache oder ein Code weiter entwickeln. Strukturelemente aus Grubers unmittelbarer Umgebung – Zäune, Häuser oder Gitter – werden in ständig wechselnden Anordnungen „weitergesponnen” und folgen einer exakten vertikalen und horizontalen Struktur.

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Die Macher der „Polizeipassage” haben Zukunftspläne, die weit über das Atelier hinausreichen: So sollen im Sommer Lesungen und Konzerte im Innenhof stattfinden und sowohl eine Galerie im ersten Stock als auch „artists in residence” Programme im Karree zwischen Stadtplatz und Freiung sind angedacht. „Passagen sollten nicht reine Durchgänge von Gasse zu Gasse sein, sondern Menschen zum Flanieren, Innehalten und Genießen animieren”, so Mastermind Peter Kowatsch.

Information: Atelier Hamburg zwischen Stadtplatz 39 und Freiung 3 in Wels: Do/Fr  von 16-20 Uhr, Sa von 10-13 Uhr oder Tel: 0664/5131911. Die Ausstellung Drei.Stil ist bis 13. Februar 2016 geöffnet.